Wie entstand der Begriff Burn-Out?

 

Bereits im 19. Jahrhundert gerieten Erschöpfungszustände in den Fokus der Medizin und der Öffentlichkeit. Arbeits- und Lebensbedingungen der Industrialisierung und die Forschungsergebnisse im Bereich Gehirn/Seele führten vermehrt dazu,dass Menschen sich auch bei psychischen Problemen Hilfe holten. 1869 fasste der New Yorker Nervenarzt George Miller so unterschiedliche Symptome wie Reizbarkeit, anhaltende Kraftlosigkeit, die Unfähigkeit, sich zu entspannen, Kopfschmerzen,Schlaflosigkeit und Freudlosigkeit unter dem Begriff „Neurasthenie“ zusammen. Ende des 19. Jahrhundert kam diese Welle auch nach Mitteleuropa, vor allem die Ober-und Mittelschicht klagte über Symptome dieser Neurasthenie. Danach folgten zwei Weltkriege, die keinen Raum ließen im öffentlichen Bewusstsein für Erschöpfung. Auch in den Zeiten des Wiederaufbaus schien dies kein Thema zu sein.

 

Der Begriff Burnout kam erstmals 1960 auf und zwar in einer Erzählung von Graham Greene, „A Burn-Out Case“. Sie erzählt von einem Architekten, der erschöpft von seinem bisherigen Leben aussteigt und in den afrikanischen Dschungel geht. Vorreiter der modernen Burn-Out-Forschung ist der New Yorker Arzt Herbert Freudenberger, der 1974 eine berufsbedingte chronische Erschöpfung beschrieb, und zwar vornehmlich bei so genannten helfenden Berufen, vor allem bei Sozialarbeitern im Drogenmilieu. Der derzeit führende Experte im deutschsprachigen Raum für Burnout ist Prof. Matthias Burisch.

 

Seit den 1990er Jahren ist auch klar, dass sich Burnout auf alle Berufsgruppen ausgedehnt hat, ja, dass es gar nicht nur auf Berufe beschränkt bleibt, nicht auf organisierte Arbeitsprozesse in Firmen, sonder dass eine Mutter oder ein Arbeitsloser ebenfalls alle Symptome eines Burnout aufweisen kann.